Ratgeber

Heizkosten sparen mit dem Thermostat - realistisch betrachtet

Stand: August 2026 · nach Herstellerangaben geprüft

Kurz gesagt: Den größten Effekt bringt das automatische Absenken, wenn niemand da ist oder alle schlafen. Als Faustregel nennt die Verbraucherzentrale bis zu sechs Prozent Heizenergie je Grad weniger Raumtemperatur. Pauschale Prozentversprechen sind unseriös - die reale Ersparnis hängt von deinem Verhalten und Gebäude ab.

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Woher die Ersparnis kommt

Nicht das Thermostat spart - das Absenken spart. Ein programmierbares oder smartes Thermostat sorgt nur dafür, dass abgesenkt wird, ohne dass du daran denken musst. Wer schon heute konsequent von Hand runterdreht, spart mit Automatik wenig zusätzlich. Wer es oft vergisst, holt spürbar heraus.

Die 6-Prozent-Regel

Die beiden Quellen, die diese Regel nennen, formulieren sie unterschiedlich streng. Die Verbraucherzentrale schreibt: „Pro Grad Absenkung der Raumtemperatur können Haushalte bis zu sechs Prozent Heizenergie einsparen." - und setzt selbst die Bedingung dazu: „Eine Einsparung von sechs Prozent erreicht man nur, wenn die Temperatur im ganzen Haus durchschnittlich um ein Grad abgesenkt wird und das rund um die Uhr - also auch nachts und am Wochenende!" co2online nennt dieselbe Faustregel ohne dieses „bis zu": „Schon ein Grad weniger spart rund 6 Prozent Heizenergie." Wir übernehmen die vorsichtigere Fassung. Von 22 auf 20 Grad wären das nach dieser Rechnung bis zu rund zwölf Prozent - eine grobe Orientierung, kein Versprechen: der reale Wert hängt von Gebäude und Verhalten ab.

Die größten Hebel

  1. Nachtabsenkung: nachts 3-4 Grad runter. Automatisch per Zeitplan.
  2. Abwesenheit: tagsüber absenken, wenn niemand da ist (per Zeitplan oder Geofencing).
  3. Raumweise heizen: nur beheizen, was genutzt wird - Schlafzimmer kühler als Wohnzimmer.
  4. Fenster-offen-Erkennung: beim Lüften drosselt das Thermostat automatisch.

Was realistisch ist - und was nicht

Zwei benannte Stellen nennen für programmierbare Thermostate eine Größenordnung um ein Zehntel: Das Umweltbundesamt schreibt „Der Einsatz programmierbarer Thermostate kann etwa 10 % Energie sparen", co2online nennt „im Schnitt etwa zehn Prozent". Beide hedgen - „kann" und „im Schnitt". Vorsicht dagegen bei Werbeversprechen von „bis zu 30 Prozent" - mit genau dieser Zahl wirbt zum Beispiel Eurotronic für sein Comet Plus („Durch die verschiedenen Funktionen des Comet Plus lassen sich Heizkosten von bis zu 30% sparen."). Solche Werte erreichst du nur unter idealen Annahmen (vorher gar keine Absenkung, schlecht reguliertes Haus). Wir zeigen bewusst keine Fantasiezahlen.

Quellen: Umweltbundesamt: Heizen · Verbraucherzentrale: Raumtemperaturen. Zusätzlich im Text zitiert, nicht als Beleg, sondern zum Vergleich der Formulierung: co2online: Richtig heizen

Automatisch absenken - günstig

Ein programmierbares Thermostat wie der eqiva Model N übernimmt Nacht- und Abwesenheitsabsenkung automatisch - ohne App, ohne laufende Kosten.

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Lohnt sich die Nachtabsenkung?

Ja, in Maßen - wie viel, hängt vom Gebäude ab. Die Verbraucherzentrale beziffert es für einen Gebäudetyp: „In einem Altbau kann die Nachtabsenkung den Heizenergieverbrauch zwischen fünf und zehn Prozent verringern." Eine moderate Absenkung um etwa 3-4 Grad in der Nacht spart vor allem in schlecht gedämmten Altbauten mit Heizkörpern spürbar. Wichtig: nicht komplett ausschalten, der Frostschutz sollte aktiv bleiben, sonst kühlt der Raum zu stark aus und das Aufheizen frisst die Ersparnis wieder auf.

Zwei Ausnahmen: In sehr gut gedämmten Neubauten hält das Gebäude die Wärme ohnehin - die Ersparnis ist klein. Und bei einer Wärmepumpe ist eine starke Nachtabsenkung oft kontraproduktiv: Sie arbeitet am effizientesten, wenn sie möglichst gleichmäßig läuft; das kalte Wieder-Aufheizen am Morgen kostet dort viel. In diesen Fällen lieber gar nicht oder nur leicht absenken.

Quellen: Vaillant: Nachtabsenkung · Verbraucherzentrale: Heizung optimieren

Noch mehr herausholen

Kombiniere die Absenkung mit richtigem Lüften (kurz und kräftig statt Kipp), freien Heizkörpern (keine Möbel/Vorhänge davor) und einem entlüfteten Heizkörper - wie das geht, zeigt Heizung entlüften. Wie du Zeiten sinnvoll einstellst, zeigt Heizzeiten einstellen. Geht es gar nicht warm, hilft Heizung wird nicht warm.

Häufige Fragen

Spart es Energie, die Heizung nachts ganz auszuschalten?

Meist nicht sinnvoll. Kühlt ein Raum stark aus, braucht das Aufheizen am Morgen viel Energie und dauert. Besser moderat absenken (etwa 3-4 Grad) statt komplett aus. Frostschutz sollte immer aktiv bleiben.

Bringt ein smartes Thermostat mehr Ersparnis als ein programmierbares?

Nur wenig. Beide senken automatisch ab. Smart kann durch Geofencing und feinere Automatik im Alltag etwas mehr herausholen, der Unterschied ist aber klein gegenüber dem Schritt von "nie absenken" zu "automatisch absenken".

Lohnt sich der Umstieg finanziell?

Ein programmierbares Thermostat ist günstig und amortisiert sich bei konsequenter Absenkung meist innerhalb ein bis zwei Heizsaisons. Bei smarten Systemen mit Bridge dauert es länger - dort zahlst du auch für Komfort.

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