Ratgeber

Heizzeiten richtig einstellen - Zeitplan und Temperatur

Stand: August 2026 · nach Herstellerangaben geprüft

Kurz gesagt: Stelle eine Komforttemperatur für die Nutzungszeit und eine Absenktemperatur für Nacht und Abwesenheit ein - für Wohnräume sind 20 und 18 Grad ein guter Start. Plane das Aufheizen etwa 30 bis 45 Minuten vor der Nutzung ein, damit es rechtzeitig warm ist.

Werbung: Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links (mit Werbung gekennzeichnet). Kaufst du darüber, erhalte ich eine Provision - für dich bleibt der Preis gleich. Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen.

Zwei Temperaturen genügen

Die meisten programmierbaren und smarten Thermostate arbeiten mit einer Komforttemperatur (wenn du den Raum nutzt) und einer Absenktemperatur (Nacht, Abwesenheit). Mehr brauchst du selten. Typische Orientierungswerte:

RaumUnser StartwertWas die Quellen sagen
WohnzimmerKomfort 20 Grad, Absenkung 18 GradBreit gedeckt: Umweltbundesamt „möglichst nicht mehr als 20 °C", HEIMEIER „Wohn- u. Esszimmer 20 °C", Oventrop „Grundeinstellung „3"" = ca. 20 °C, Verbraucherzentrale 19 bis 21 °C. Fürs Absenken empfiehlt das UBA „etwa 18 °C".
SchlafzimmerKomfort 17 GradDie Quellen streuen um 2 Grad: Umweltbundesamt und Danfoss nennen 17 °C, die Verbraucherzentrale 16 bis 17 °C, HEIMEIER 16 °C. Alles zwischen 16 und 18 ist vertretbar.
Kinderzimmer20 GradDie Verbraucherzentrale nennt für Kinderzimmer 19 bis 21 °C - etwas mehr als für Wohnräume (19 bis 20 °C). Die Herstellerangabe liegt noch höher: HEIMEIER führt „Arbeits- u. Kinderzimmer" mit 22 °C.
Bad22 Grad zur Nutzungszeit, sonst absenkenDie Ventilhersteller liegen höher als die Verbraucherzentrale: HEIMEIER und Oventrop nennen 24 °C, Danfoss 23 °C - die Verbraucherzentrale 20 bis 22 °C bei Benutzung.
Küche18 Grad - Kochen und Geräte heizen mitUngewöhnlich einig: Umweltbundesamt 18 °C, HEIMEIER „Küche, Korridor" 18 °C, Verbraucherzentrale 17 bis 18 °C. Wer viel in der Küche sitzt, darf natürlich höher gehen - der Bundesverband-Flyer der Verbraucherzentrale setzt die Küche sogar mit dem Wohnzimmer gleich (19 bis 21 °C).
Flur / Diele16 GradGut gedeckt: Verbraucherzentrale „Flure 16 Grad", Oventrop „Diele, Flur" ca. 16 °C, Danfoss 14 bis 17 °C. HEIMEIER liegt mit „Korridor" 18 °C höher. In bewohnten Räumen nicht unter 16 Grad (siehe unten).
Selten genutzte Nebenräume12 GradDrei Quellen nennen für das Treppenhaus denselben Wert: Verbraucherzentrale 12 Grad, HEIMEIER „Treppenhaus, Windfang" 12 °C, Oventrop für den Keller ca. 12 °C. Das gilt für ungenutzte Räume - in bewohnten bleibt 16 Grad die Untergrenze.

Das sind Anhaltspunkte, kein Muss - stelle nach deinem Empfinden ein. Auffällig ist, dass die Ventilhersteller durchweg etwas höhere Werte nennen als die Behörden: Ihre Skalen sind für Behaglichkeit ausgelegt, die Empfehlungen von Umweltbundesamt und Verbraucherzentrale fürs Energiesparen. Wo beide auseinandergehen, steht oben die Spanne statt eines Einzelwerts. Faustregel: bis zu sechs Prozent Heizenergie je Grad weniger Raumtemperatur (Verbraucherzentrale) - HEIMEIER rechnet in dieselbe Richtung und schreibt, „eine um 1 °C höhere Raumlufttemperatur bedeutet einen um ca. 6 % höheren Energieverbrauch".

Eine Untergrenze gibt es aber: Gehe in bewohnten Räumen nicht dauerhaft unter etwa 16 Grad. Das Umweltbundesamt schreibt dazu: „Bei Absenkung von Innenraumlufttemperaturen in der Heizperiode unter 16-18 °C steigt das Risiko für Schimmelbildung in genutzten Wohnungen zum Teil massiv." Die Deutsche Energie-Agentur nennt denselben Wert: „Die Raumtemperatur sollte nicht unter 16 °C fallen." Mehr: Heizkosten sparen.

Quellen, alle selbst geöffnet: Umweltbundesamt: Richtiges Heizen · Umweltbundesamt: FAQ Absenkung · Verbraucherzentrale Bundesverband: Gesundes Raumklima (S. 2, Stand 01/2025) · dena: Richtig heizen und lüften (S. 1) · HEIMEIER, Thermostat-Kopf K (Einstellskala S. 5) · Oventrop, Thermostat Uni LH (S. 8) · Danfoss, RA 2000 (Empfehlungstabelle S. 1)

Das Wochenprofil

  1. Morgens: Aufheizen etwa 30-45 Minuten vor dem Aufstehen starten, damit es beim Aufstehen warm ist.
  2. Tagsüber: absenken, wenn niemand da ist (Arbeit, Schule).
  3. Abends: Komfort zur Nutzungszeit.
  4. Nachts: absenken - moderat, nicht komplett aus.
  5. Wochenende: eigenes Profil, wenn die Zeiten anders sind.

Vorheizen einplanen

Ein kalter Heizkörper braucht Zeit. Lege den Start der Komfortphase etwas vor die eigentliche Nutzung - dann ist es pünktlich warm, ohne die ganze Nacht durchzuheizen.

Zeitpläne ohne App

Beim eqiva Model N stellst du das Wochenprogramm direkt am Gerät ein - kein Smartphone nötig. Boost-Taste fürs schnelle Aufheizen inklusive.

Werbung Preis auf Amazon - für dich ohne Aufpreis
Preis auf Amazon ansehen

Fenster-offen und Boost nutzen

Viele Thermostate erkennen offene Fenster am Temperatursturz und drosseln automatisch - lass die Funktion aktiv, damit du beim Lüften nicht zum Fenster hinaus heizt. Die Boost-Funktion heizt kurz kräftig auf, ohne dass du das ganze Profil ändern musst.

Häufige Fragen

Auf welche Stufe stelle ich ein manuelles Thermostat?

Die Zahlen entsprechen grob einer Raumtemperatur. Stufe 3 sind rund 20 Grad - das nennen zwei Danfoss-Anleitungen, IMI HEIMEIER, Oventrop und das Umweltbundesamt übereinstimmend. Bei den übrigen Stufen kommt es auf den Kopf an: Manche Hersteller rechnen mit 4 Grad je Stufe (Stufe 2 dann 16, Stufe 4 dann 24 Grad), andere mit 3 Grad (Stufe 2 dann 17, Stufe 4 dann 23 Grad). Das Sternchen ist Frostschutz, je nach Hersteller 6 Grad bis 10 Grad. Für den Wohnraum ist Stufe 3 ein guter Startwert. Mehr dazu: Was die Zahlen am Thermostat bedeuten.

Sollte ich die Absenkung im Bad auch nutzen?

Ja, aber gezielt: Das Bad kurz vor der Nutzung (morgens/abends) auf Komfort hochfahren und dazwischen absenken. Ein Zeitplan trifft das besser als dauerhaftes Warmhalten.

Weiter geht es: Zahlen am Thermostat (Stufe 1-5) · Thermostat-Symbole · Heizkosten sparen · Thermostat-Finder · Thermostat-Vergleich